Kurz gesagt
Ich bin Soziologe und leite diese Befragung. 2012 stand ich zum ersten Mal als Statist im Düsseldorfer Schauspielhaus, in Kafkas „Der Prozess“ — es wurden über fünfzig Auftritte. Nach den ersten Vorstellungen interessierte mich allerdings das Publikum mehr als das Stück: wer da saß, wer offensichtlich nicht da war, und warum.
Ein Jahr später habe ich am selben Haus meine erste Besucherbefragung durchgeführt. Dabei ist es geblieben. Seither arbeite ich empirisch an der Frage, wer kulturelle Angebote nutzt, wer nicht — und was das über eine Stadt sagt.
Fachlicher Hintergrund
Ich promoviere an der Universität Duisburg-Essen. Das Panel ist nicht Teil dieses Vorhabens — einen Ausschnitt der Ergebnisse werte ich aber auch für die Dissertation aus. Die Universität ist weder Trägerin noch Auftraggeberin, finanziert das Panel nicht und erhält keine Daten; als Verarbeitungszweck steht das in der Datenschutzerklärung.
Ich arbeite seit über zehn Jahren empirisch zur Nutzung von Kultur- und Freizeitangeboten. Von 2018 bis 2022 habe ich am Kölner Gymnasiastenpanel mitgearbeitet — einer der wenigen deutschen Langzeitstudien, die dieselben Menschen über Jahrzehnte begleiten. Zuständig war ich für Feldphase, Fragebogen, Interviewerschulung und Datenaufbereitung.
Das ist der Grund, warum ich mir zutraue, ein Panel über mehrere Wellen zu führen: Ich habe es gelernt, bevor ich es selbst angefangen habe.
- Fachaufsatz 2025, frei zugänglich: Birkelbach, Meulemann, Sondergeld und Witt, „Private Life Preference and Life Satisfaction“, Applied Research in Quality of Life 20, S. 1139–1162 — doi.org/10.1007/s11482-025-10445-x
- Vortrag auf der ESRA-Konferenz 2019 in Zagreb über fünfzig Jahre Kölner Gymnasiastenpanel
- Mitglied im Bundesverband Deutscher Markt- und Sozialforscher (BVM) und damit an dessen Standesregeln gebunden
Woran ich forsche — und was ich damit will
Über Kultur wird auf der Grundlage von Besucherzahlen entschieden. Die zeigen, wer gekommen ist. Sie zeigen nicht, wer gern gekommen wäre und woran es lag — am Preis, an der Uhrzeit, am Weg, an der Vorstellung, dort nicht hinzugehören. Mein Verdacht ist, dass Häuser und Publikum aneinander vorbeischauen: Jede Einrichtung hat ein Bild davon, für wen sie da ist, und jeder Mensch hat ein Gefühl dafür, ob er gemeint ist. Fallen die beiden auseinander, bleiben Leute weg — auch dann, wenn Zeit, Geld und Interesse vorhanden wären.
Deshalb frage ich die, die hier leben — und zwar über Jahre wiederholt. Eine einmalige Umfrage zeigt einen Zustand, aber keine Veränderung. Die Frage dahinter ist, welche Bedeutung flüchtige Formen von Gemeinschaft, wie sie bei Freizeit- und Kulturangeboten entstehen, für den Zusammenhalt in dieser Stadt haben.
Publikumsforschung ist mein Beruf, und ich habe vor, nach der ersten Welle ein eigenes Unternehmen daraus zu machen. Es wäre unaufrichtig, hier zu behaupten, das Panel habe damit nichts zu tun. Es hat damit zu tun: Aus seinen zusammengefassten Ergebnissen sollen später Auswertungen entstehen, die auch entgeltlich angeboten werden — an Kultureinrichtungen, Freizeitanbieter und kommunale Stellen. Das steht so in der Datenschutzerklärung, und es steht dort, weil eine Einwilligung nur wirksam ist, wenn sie die Absichten kennt, die es zum Zeitpunkt der Erhebung schon gibt.
Was dabei nicht geschieht — und daran können Sie mich messen:
- Kein Auftraggeber, auch nachträglich nicht. Niemand hat diese Erhebung bestellt, niemand bezahlt für ein bestimmtes Ergebnis, und niemand kann sich in Fragebogen, Auswertung oder Veröffentlichung einkaufen.
- Verkauft werden Auswertungen, nicht Antworten. Ihre einzelnen Angaben und Ihre Anschrift sind niemals Teil eines Angebots — weder einzeln noch als Datensatz, weder gegen Entgelt noch umsonst.
- Keine Auftragsstudie für ein einzelnes Haus und kein exklusiver Zugang. Was angeboten wird, steht allen zu denselben Bedingungen offen; die Ergebnisse werden ohnehin vollständig veröffentlicht — so, wie sie ausfallen.
- Träger und Verantwortlicher bin ich als Privatperson. Sollte das Panel je an eine Gesellschaft übergehen, würde ich Sie vorher fragen — ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung wäre eine Übertragung der Daten ohnehin nicht zulässig.
Der Unterschied, um den es geht, ist nicht „verdient Geld“ gegen „verdient keins“. Er ist: Wovon hängt das Ergebnis ab? Solange niemand dafür bezahlt, dass etwas Bestimmtes herauskommt, und solange alle dasselbe zu sehen bekommen, bleibt die Erhebung unabhängig — auch dann, wenn sie sich eines Tages trägt.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Anlage der Erhebung mit ihrem Namen unterstützen, und Düsseldorfer Einrichtungen, die ihr Zustandekommen begrüßen, stehen unter Stimmen zum Panel — die Zusagen werden derzeit eingeholt. Dort steht auch, was diese Unterstützung bedeutet und was sie ausdrücklich nicht ist.
Was Sie von mir erwarten können
- Ich mache das privat und hafte persönlich dafür. Hinter dieser Erhebung steht kein Unternehmen und kein Auftraggeber. Ich finanziere die Erhebung aus eigenen Mitteln, führe sie selbst durch und werte sie selbst aus — das steht so auch unter Studie.
- Ihre einzelnen Antworten werden niemals verkauft und niemals weitergegeben — weder an Kultureinrichtungen noch an Werbetreibende, weder einzeln noch als Datensatz. Was aus der Untersuchung entsteht, sind zusammengefasste Ergebnisse: Anteile, Mittelwerte, Vergleiche zwischen Gruppen. Solche Auswertungen sollen später auch Kultureinrichtungen zur Verfügung stehen, auch gegen Entgelt. Eine einzelne Person ist darin nicht erkennbar, und Ihre Anschrift ist niemals Teil davon.
- Die Ergebnisse werden vollständig veröffentlicht — so, wie sie ausfallen. Sie erscheinen unter Artikel und im Ergebnisbericht.
- Sie erreichen mich direkt. Die Nummer nebenan ist meine, nicht die einer Hotline.
Was die Erhebung untersucht, steht unter Studie; was mit Ihren Angaben geschieht, unter Daten. Die Anbieterangaben finden Sie im Impressum.
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Ihr Ansprechpartner
Christian Sondergeld
Studienleitung
sondergeld@duesseldorfer-kulturpanel.de
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